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Ausbildung des Pferdes Teil I
Bilder und Texte Frau Birgit Katharina Bank |
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3. Das Training an
der Longe
Longenarbeit in Anlehnung, Biegearbeit, Erarbeiten von Takt und Rhythmus Es ist nun an der Zeit, Luna an die seitlichen Ausbinder
zu gewöhnen. Sie ist dazu mit einem Kappzaum gezäumt, in den ich das
Trensengebiß einschnallen kann. Sie trägt einen Longiergurt aus Leder
mit vielen seitlichen Ringen, an denen die Ausbindezügel in der Höhe
variierbar sind. Dieses, für das spätere Reiten so wichtige Abstoßen,
bewirkt, dass das Pferd dem Druck des Zügels nachgibt, ihm ausweicht
durch das Einnehmen der richtigen Kopfhaltung. Um diesen Zustand zu erreichen, muss man darauf achten,
dass sich die von hinten aufbauende Energie über den Rücken nach vorne
zum Pferdemaul fortsetzen kann (treiben mit der Peitsche; ersetzt
den späteren Reiterschenkel). Nach und nach schnalle ich die Ausbinder nun etwas kürzer,
bis sie bei der gewünschten Silhouette waagerecht verlaufen. Ausbinder dürfen ein Pferd niemals in eine Form pressen, sondern setzen lediglich eine Begrenzung, an die sich das Pferd selber herandehnen soll.
Diesem Punkt wird so häufig nicht genug Rechnung getragen,
die Pferde werden zu schnell und zu kurz ausgebunden, sie verlieren
ihre freien Gänge, ihren Arbeitseifer und die Gehlust. Die nun im Weiteren beschriebene Art des Longierens kommt aus der Portugiesischen Reitkunst, wo von Anbeginn an darauf geachtet wird, dass die Pferde nach einer einmaligen Aufforderung möglichst alle Lektionen beim Longieren wie auch beim Reiten selbständig und alleine ausführen, solange, bis eine neue Aufforderung kommt. Als erstes ist es als Longenführer jetzt wichtig, am
Platz stehen zu bleiben und dabei die gleiche Position wie beim späteren
Reiten einzunehmen:
Zu Beginn der Lektion kann Luna sich zunächst auf beiden Händen ca 5 Minuten frei bewegen. In dieser ersten Phase der Lektion soll sie sich entspannen und ich sehe an ihrem Bewegungshabitus, woran ich vermehrt bei Beginn der eigentlichen Arbeit achten muss. Luna läuft in der ihr bekannten Umgebung locker um mich herum. Mit einem Auge sieht sie mich im Zentrum des Kreises, mit dem anderen nimmt sie ihre weiteres Umfeld wahr. Dem ist unbedingt Rechnung zu tragen, wenn die Lektion
entspannend wirken soll und es ist auch aus diesem Grunde notwendig,
die Hand zu wechseln. In der zweiten Phase der Lektion, lege ich nun als erstes für eine kurze Zeit nur den äusseren Ausbindezügel an. Der Außenzügel ist in der Regel der Zügel, den die Pferde am wenigsten gerne akzeptieren. Deshalb wird er auch zunächst nur locker eingeschnallt, Luna soll sich langsam nur an den Druck im Maul gewöhnen. Sobald sie einen guten Rhythmus gefunden hat, veranlasse ich sie durch leichte Paraden an der Longe, mit dem Kopf nach innen zu schauen. Nun strafft sich der Außenzügel und sie spürt erstmals den Druck im Maul. Diese Übung wiederhole ich auf beiden Händen solange, bis sie den Druck akzeptiert hat, erst dann folgt als dritter Schritt das Anlegen auch des inneren Ausbinders. Die Ausbinder haben den Zweck, den Kopf in die rechte
Stellung zu bringen. Jetzt, wo beide Ausbindezügel angelegt sind, arbeite
ich mit ihr zunächst noch auf halber Longenlänge. Sie ist es zwar
bereits gewöhnt, auf Distanz um mich herumzulaufen und sich dirigieren
zu lassen, dennoch befürchte ich, dass die Ausbinder vielleicht eine
verbremsende Wirkung auf sie haben könnten. Nach und nach verlängere ich die Longe, um schließlich
auf ganzer Longenlänge nun wieder im Kreis stehen zu bleiben und durch
meinen festen Standpunkt für sie zu einem berechenbaren Punkt zu werden,
an dem sie sich orientieren kann. Ich muss wirklich sehr darauf achten,
dass ich ständig in der Mitte des Kreises stehe, damit sie einen perfekten
Kreis gehen kann. Die Longe ist nur dazu da, um die Stellung zu korrigieren, sie darf das Pferd niemals auf dem Longenkreis halten! Um Luna nun auf dem Longenkreis anzuhalten, trete ich
aus der Kreismitte heraus, laufe wie beim Anlongieren ein Stück mit
ihr mit, um dann langsam in einem Bogen auf die Kreislinie zuzugehen,
bis ich vor ihrer Schulter wieder verbemsend wirke.
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