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Mönchspfeffer für Pferde - eine hilfreiche Ergänzung?

Wirkliches Arbeiten ist mit der Stute während der Rosse kaum noch möglich und spielt die Stute nicht verrückt, könnte der Hengst wieder zur Ruhe kommen. Gerade im Frühjahr kennen viele Pferdebesitzer das Problem, dass die Hormone auch beim Reittier verrücktspielen. Lösungen gibt es etliche, eine davon ist, die Fütterung zu verändern und zu ergänzen. Mönchspfeffer kann ein hervorragendes Mittel sein, um wieder Ruhe in das Pferd zu bringen. Warum das so ist und weshalb der Tierarztbesuch zuvor dennoch nötig ist, erklärt dieser Artikel.

Auch Pferde werden hin und wieder krank - kann Mönchspfeffer den Huftieren helfen
 Auch Pferde werden hin und wieder krank - kann Mönchspfeffer den Huftieren helfen?

Was ist Mönchspfeffer?

Mönchspfeffer, auch als Vitex agnus-castus bekannt, ist eine alte Heilpflanze, die laut dieser Seite den Beinamen Keuschbaum trägt. Ursprünglich kommt Mönchspfeffer aus dem Mittelmeerraum und wächst dort als Strauch. Einige Fakten zur Heilpflanze:

• Wuchshöhe: bis 4 Meter
• Wuchs: hellbraune Zweige mit handgroßen Blättern
• Blüten: klein, dichter Blütenstand
• Blütenfarbe: weiß, blau, violett oder rosa
• Besonderheit: ähnelt im Aussehen der Hanfpflanze

Einer Überlieferung zufolge ist die Göttin Hera stark mit dem Mönchspfeffer verbunden. So soll sie sich jedes Jahr Zeus unter dem Strauch hingegeben, durch den Keuschbaum jedoch ihre Unschuld bewahrt haben. Faktisch ist es so, dass einige Inhaltsstoffe der Pflanze Einfluss auf die Hirnanhangsdrüse nehmen und den Hormonhaushalt beeinflussen. Bei weiblichen Säugetieren wirkt sich die Pflanze positiv auf die Menstruation aus und kann diese wieder in geregelte Bahnen lenken. Bei männlichen Säugetieren ergibt sich bei höherer Dosierung ein hormonabschwächendes Bild. Diesen Nutzen kannten bereits die Mönche, durch die die Pflanze auch ihren Namen erhielt. Die Samen wurden in die täglichen Speisen gemischt, wodurch sich der Sexualtrieb abschwächte. Dies half den Mönchen dabei, das Zölibat aufrechtzuerhalten.

Gegen welche Beschwerden hilft es bei Pferden?

Bei Pferden kann Mönchspfeffer aus verschiedenen Gründen gegeben werden. Werden Stuten beispielsweise gar nicht mehr rossig oder leiden sie an Dauerrosse, hilft Mönchspfeffer, die Rosse wieder in geregelte Bahnen zu lenken. In höherer Dosierung wirkt sich der Samen zudem beruhigend auf Hengste aus. Besonders hengstige Exemplare, die nicht im Deckeinsatz sind, aber aus verschiedenen Gründen nicht gelegt werden sollen, können mit Mönchspfeffer zur Ruhe gebracht werden.

Wichtig ist, dass Mönchspfeffer niemals ohne eine vorherige medizinische Abklärung gefüttert werden soll. Insbesondere bei Stuten kann das Ausbleiben der Rosse oder auch eine Dauerrosse von tatsächlichen Erkrankungen herrühren. Zysten an den Eierstöcken oder in der Gebärmutter müssen unbedingt zuvor abgeklärt und ausgeschlossen werden.

Sind gesundheitliche Erkrankungen ausgeschlossen, eignet sich Mönchspfeffer laut moenchspfeffer.de, um das Tier zu beruhigen. Die Gabe erfolgt in der Regel über das Futter. Wie hoch der Mönchspfeffer dosiert werden muss, richtet sich nach dem jeweiligen Pferd. Wichtig ist zu wissen, dass das Heilkraut, im Gegensatz zu anderen Mitteln wie Regumate nicht unter das Dopinggesetz fällt und Pferden auch während der Turniersaison verabreicht werden kann. Bei schwachen Symptomen genügt es, den Mönchspfeffer in frischer oder getrockneter Form über das Futter zu streuen. Befindet sich das Pferd jedoch erst in der Dauerrosse oder zeigt ein sehr auffälliges Verhalten, sollte das Heilmittel in einer hohen Konzentration verabreicht werden. Hier empfehlen sich Tropfen, die über mehrere Wochen über das Futter gegeben werden.

Unabhängig von der Wirkung bei hormonellen Problemen erweist sich Mönchspfeffer als vorteilhaft im Rahmen der Cushing-Behandlung.
Cushing gehört zu einem der häufigsten Auslöser der Hufrehe und ist eine Stoffwechselerkrankung, die nicht heilbar, doch therapierbar ist. Der Körper reagiert bei dieser Erkrankung auf ein Überangebot des Hormons ACTH, welches die Produktion von Glukokortikoiden anregt. Durch das Übermaß an Kortisol im Körper wird das Immunsystem beeinträchtigt, zudem steigt der Insulinspiegel im Blut an. Zu viel Insulin führt gerade bei Kleinpferden und Ponys vermehrt zu Hufrehe. Ob ein Pferd unter Cushing leidet, lässt sich durch tierärztliche Tests und eine Blutabnahme feststellen. Doch auch das Verhalten und die Optik geben Aufschlüsse:

• Fettablagerungen oberhalb der Augenhöhlen, am Mähnenkamm und auf der Kruppe
•Gewichtsverlust und Muskelabbau, das Pferd wirkt klapprig, trotz Fettablagerungen
•Häufige Hufrehe, Geschwüre im Maulbereich
•Erhöhtes Trinkverhalten
•Langer und oft welliger Haarwuchs, Fellwechsel funktioniert nicht mehr
•Schlechtes Immunsystem

In der Regel werden Pferde mit Cushing mit Medikamenten behandelt, die an den Dopamin-Rezeptoren andocken und den Hormonhaushalt steuern. Auch Mönchspfeffer kann diese Aufgabe übernehmen, sollte aber besser nur zusätzlich zu eigentlichen Medikamenten wie Pergolid gegeben werden. Bislang kamen zwar einige Studien zur Wirkung von Mönchspfeffer bezüglich Cushing zu einem positiven Ergebnis, das Risiko, dass das Mittel nicht anschlägt, ist aber hinsichtlich der schweren Folgen der Erkrankung zu groß. Das Heilkraut sollte, wie alles bei Cushing, nur nach Absprache mit dem Tierarzt verabreicht werden.

Wann ist Mönchspfeffer eine Hilfe?

Gerade um während der Rosse besonders nervige Stuten zu beruhigen oder um eine Verbesserung der Rittigkeit während der Rosse zu erzielen, ist Mönchspfeffer ideal geeignet. Das Heilkraut schlägt jedoch nicht bei jedem Pferd gleichermaßen an, selbst wenn es über einen längeren Zeitraum gegeben wird. Eine sehr gute Hilfe kann Mönchspfeffer übrigens bei Wallachen sein. Zeigen sie sich gerade besonders hengstig und springen trotz lange zurückliegender Kastration plötzlich auf, hilft Mönchspfeffer in einer höheren Dosierung zur Beruhigung.
Wichtig ist, dass Agnus castus niemals während der Trächtigkeit gegeben werden darf. Zudem muss es einige Zeit vor der Deckphase abgesetzt werden, damit erfolgreich gedeckt werden kann.


  Mönchspfeffer ist oft wirksam bei Pferden
Mönchspfeffer kann tatsächlich bei verschiedenen gesundheitlichen Problemen von Pferden helfen.
 

Fazit: Mönchspfeffer ist oft wirksam

Gerade bei hormonellen Schwankungen zeigt sich Mönchspfeffer als eine einfache und günstige Alternative zu herkömmlichen Mitteln. Allerdings wirkt das Heilmittel erst nach einer längeren Einnahme und muss über mehrere Wochen hinweg gegeben werden. Wichtig ist, dass sich Pferdebesitzer vor der Gabe von Mönchspfeffer mit ihrem Tierarzt absprechen sollten. Gerade bei Stuten treten Rossebeschwerden oft aufgrund von Zysten oder Entzündungen im Gebärmutter- und Eierstockbereich auf, die behandelt werden müssen. Soll der Mönchspfeffer bei Cushing eingesetzt werden, so darf er die konventionelle Therapie keinesfalls ersetzen, sondern nur unterstützen.

Bildquellen:
Abbildung 1: © kropekk_pl(CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Abbildung 2: © Chiemsee2016(CC0-Lizenz)/ pixabay.com
06.04.2016

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