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Was ist eine pferdegestützte Pädagogik und Therapie (PPT)?

Die positive therapeutische Wirkung vom Umgang mit Tieren auf den Menschen ist bereits seit langem bekannt. Im 18. Jahrhundert machten beispielsweise Mönche in ihrem Kloster gute Erfahrungen mit tierischer Unterstützung bei der Behandlung von seelisch Kranken. In einigen Spitalen und Altenheimen kommen heute Hunde, Ponys und auch Vögel wie Wellensittiche zum Einsatz – sie alle haben einen positiven Einfluss auf Patienten sowie Heimbewohner.

Begriffserklärung PPT

Bei der pferdegestützten Pädagogik und Therapie, kurz PPT genannt, werden Rösser und Mensch zusammengeführt – es kommt zu einem Kontakt. Hintergrund für die Intervention ist die allgemeine Erkenntnis, dass von Tieren eine positive, fördernde und heilsame Wirkung ausgeht. Hierbei löst das Pferd bei Menschen Impulse aus, die sowohl bei körperlichen und sozialen als auch seelischen sowie geistigen Problemen Hilfe bieten. Sie können sogar heilende Prozesse in Gang setzen. Damit PPT erfolgreich angewendet werden kann, sind nachfolgende Bedingungen Grundvoraussetzung:

  • Beteiligte müssen den Kontakt mit dem Pferd wollen
  • das Kennenlernen findet in einer entspannten, angenehmen Atmosphäre statt
  • der Umgang mit dem Vierbeiner ist artgerecht
  • Sicherheit für alle Beteiligten ist gegeben
  • Hinzuziehung eines gut geschulten Pferdes, das seinem Begleiter auch in Stresssituationen vertraut
  • hohes Verantwortungsbewusstsein des Tierbesitzers oder -trainers, bestenfalls geschultes Fachpersonal

Für wen kommt eine pferdegestützte Therapie in Frage?

PPT kann bei zahlreichen körperlichen, seelischen und geistigen Beeinträchtigungen zum Einsatz kommen. Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten zählen unter anderem Entwicklungsverzögerungen, ADHS/ADS, Autismus, Essstörungen sowie Angst-, Zwangs- und Suchterkrankungen. Gute Erfolge wurden außerdem bei Menschen mit Depressionen verzeichnet, die beispielsweise aus Liebeskummer resultieren. Dabei handelt es sich um eine psychische Erkrankung, die mit Selbstzweifeln, Antriebsarmut, Interesselosigkeit sowie einer gedrückten Stimmung einhergeht. Die pferdegestützte Therapie etabliert sich immer mehr als ideale Behandlungsform bei Gemütskrankheiten. Sie steigert sowohl das Selbstvertrauen als auch die Lebensfreude und Energie.

Warum PPT so hilfreich bei Depressionen ist

Pferde leben jederzeit die Gegenwart. Sie kommunizieren allein über ihre Körpersprache und sind Meister in der Wahrnehmung von Veränderungen der Mimik, Gestik und Körperspannung ihres Gegenübers. Die treuen Vierbeiner sind unvoreingenommen, ein wertfreies, respektvolles aufeinander Zugehen ermöglicht uns, neue Formen des Miteinanders zu finden. Bei der Berührung eines warmen Pferdekörpers bauen wir Ängste ab und werden mutiger. Durch ständig wiederkehrende Abläufe im Umgang mit den Tieren, lernen wir erneut, eigenständig und selbstbewusst zu handeln. Beschäftigen wir uns intensiv mit einem Pferd, entsteht eine Partnerschaft, die auf gegenseitigem Vertrauen aufbaut – am Ende steht die Überwindung der Depression.

31.03.2021