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Ausbildung des Pferdes Teil II - 1

Jungpferdeausbildung: Anreiten Ausbildung des Pferdes

  1. Anreiten
  2. Erstmals ins Gelände
  3. Dressurausbildung
  4. An den Zügel

Durch die Arbeit an der Longe ist Luna bereits gut auf das Anreiten vorbereitet worden.
Sie hat gelernt sich ungestört durch das Reitergewicht an das Gebiss heranzudehnen und das Gleichmaß der Bewegungen in den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auf dem Kreisbogen wiederzufinden.

Sie ist nun vierjährig, es ist Frühling und wir sind bereit für das erste Aufsitzen.

An den ersten Tagen kein hohes Ziel setzen!

Hierfür dürfen wir uns trotz guter Vorbereitung kein hohes Ziel setzen.
Luna muss erst lernen mein Gewicht zu tragen. Dazu beansprucht sie zunächst ihre gesamte Muskulatur.
Um mein Gewicht abzufangen, haben besonders ihre Rücken-, Hals- und Bauchmuskeln ihre Rückenwirbelbrücke zu unterstützen.
Diese Muskeln sind in der Regel bei jungen Pferden nicht stark genug.
Steifheiten im Rücken, Vorwärtsdrängen, Auflegen auf die Zügel, Stolpern und andere Störungen in Gang und Haltung haben darin ihre Ursache. Ich bin darauf vorbereitet, einiges davon bei Luna wiederzufinden.

An den ersten Tagen bin ich mit der Gewöhnung an das Auf- und Absitzen und an das erste Angehen mit meinem Gewicht auf ihrem Rücken zufrieden.

In den ersten Monaten keine hohen Ziele sehen. "Ruhiges stehenbleiben und Aufsteigen lassen ist schon eine hohe Anforderung!"

Ich lasse mich dabei von einer Freundin führen, um wirklich ganz passiv und geschmeidig vom Sitz bleiben zu können.

In den nächsten drei Tagen vergrößern wir den Abstand zur Pferdeführerin bis hin zum Longenabstand. Die Zirkellinie ist Luna vertraut und sie beginnt zu traben.
Vorsichtig nehme ich die Zügel etwas auf, um im Falle eines Davonstürmens reagieren zu können. Nichts passiert.
Ich nehme den Entlastungssitz ein und trabe leicht.
Nach einigen Runden ist Luna bereits müde, sie fällt alleine zurück in den Schritt und wird ausgiebig gelobt. Bekannte Signale mit neuen Signalen (Reiterhilfen) koppeln. Am Ende der ersten Woche sind wir bereits so weit, dass ich vom Sattel aus die Signale der Longenführerin unterstützen kann.

So lernt Luna die ersten reiterlichen Hilfen kennen:
Anreiten, Anhalten, Abwenden.
Ich nehme mir lange Zeit für diese ersten Ausbildungsziele, da sich Luna erst daran gewöhnen muss, mich zu tragen. Sie macht zwar alles ganz willig, brav und sichtlich neugierig gespannt mit, gerade dies aber veranlasst einen häufig zu schnell weiterzugehen und sein Pferd damit sowohl körperlich als auch mental zu überfordern.
Ich reite Luna in diesen ersten Wochen auch nicht jeden Tag.
Nach wie vor wird sie longiert, wir üben uns weiter in der Freiheitsdressur und bringen so Abwechslung und Entspannung in den Arbeitsalltag.
Die Arbeit muss junge Pferde neugierig und lernbereit erhalten; sie darf niemals zur Abstumpfung oder Gewöhnung führen. Diese Zwischentage zwischen den Reitreprisen sind auch für eventuelle Muskelverspannungen als Ausgleichgymnastik besonders geeignet und sie erleichtern die Muskelbildung zum Tragen des Reitergewichtes.
Anfängliche Verspannungen von Rücken-, Hals- und Bauchmuskulatur des Pferdes sind ganz normal. Diese Spannungen verlieren sich erst nach und nach mit zunehmender Stärkung der Muskeln. Deswegen ist es besonders wichtig, viele Pausen, auch beim Reiten einzulegen. Mehrmaliges Auf- und Absitzen, Führen, zwischenzeitliches Freilaufenlassen, sich ausbuckeln dürfen, losrennen dürfen sind wichtig für junge Pferde, um Verkrampfungen unter dem Reitergewicht vorzubeugen.
Zur Stärkung der Rückenmuskulatur kommen wir nicht durch möglichst langes und durch vieles Reiten.
Muskeln wachsen nur dann, wenn sie entsprechend ihrer natürlichen Funktion beansprucht werden. Zieht man sie mit Gewalt zu einer Arbeitsleistung heran, der sie noch nicht gewachsen sind, besteht die Gefahr von ernsthaften Schädigungen.

Am Anfang wird das junge Pferd trachten, dem Druck des Gebisses entgegen zu streben; ... es wird sich auf den Zügel legen.

In dieser ersten Phase finde ich es sehr schwierig, den gesunden Mittelweg zwischen Über- und Unterforderung zu finden. Einerseits ist Luna gehfreudig und extrem neugierig und aufgeschlossen für alles Neue.
Andererseits habe ich schnell das Gefühl von Müdigkeitserscheinungen.
Steige ich dann ab, tobt sie sich aber gerne aus, buckelt sich frei, um mich dann sichtlich entspannter und fit wieder aufsitzen zu lassen. Ihren Bewegungsdrang stille ich noch die ganzen ersten Monaten mit vorherigem Ablongieren, Freiheitsdressur, gelegentlichem Freispringen vor oder manchmal auch nach dem Reiten; die Reitreprisen sind kurz, nie länger als 15 bis 20 Minuten, nach und nach steigern wir uns auf 30 Minuten, immer noch unterbrochen durch Pausen. Auch die Sattellage eines jungen Pferdes ist noch nicht ausgeprägt genug; in den Reitpausen muss ich häufig die Lage des Sattels korrigieren.
Die Sattellage entwickelt sich erst im Laufe der Zeit.
In der Anreitphase kann es daher auch sattelbedingte Probleme geben, denen ich unbedingt Rechnung tragen muss. Darüber hinaus kommt es auch zu wachstumsbedingten Störungen. Mal wächst Luna hinten, mal vorne; irgendwo ist sie immer überbaut.
Daraus resultieren natürlich Gleichgewichtsprobleme, diese führen zu Hinterhandproblemen und schlagen sich dann in Anlehnungsproblemen nieder.
Dieser Prozess ist in der Jungpferde- Ausbildung ganz normal. Man ist immer mit dem Beheben von mehr oder weniger großen Ausbildungsschwierigkeiten beschäftigt.
In den ersten Monaten der Ausbildung trabe ich grundsätzlich im Entlastungssitz leicht. Mein ganzes Verhalten ist zunächst darauf ausgerichtet, mich Lunas Bewegungen geschmeidig anzupassen.


Ich lasse meine Hände tief rechts und links am Pferdehals stehen und nehme mit den Zügeln nur einen leichten Kontakt zum Pferdemaul auf.
Um nicht in die Versuchung zu kommen zu viel mit dem Zügel zu arbeiten, habe ich einen Strick um Lunas Hals gebunden, in den ich immer mal hineingreifen kann, wenn sie schneller zu werden droht. Das Signal zum langsamer werden erfolgt dann über das Schließen der Knie und leichtes Klingeln mit den Zügeln.
Da Luna die reiterlichen Hilfen ja noch unbekannt sind, ergreife ich noch nicht die Initiative beim Reiten, sondern beschränke mich darauf, eine entsprechende Hilfe ihrer Reaktion folgen zu lassen, mich ihren Bewegungen anzupassen. Ihr Tempo reguliere ich zunächst noch mit Stimme und Gerte.
Kurze Stimmhilfen sind ihr ja schon vom Longieren her bekannt, darauf kann ich wunderbar zurückgreifen.

Viele neue Dinge ausprobieren, die Gelassenheit und Mut fördern. Wippen kennt Luna von der Freiarbeit her. Unter dem Sattel macht es ihr ebenfalls Spaß.




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