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Jungpferdeausbildung Ausbildung des Pferdes Teil I - 5

Jungpferdeausbildung: Ausbildung des Pferdes, Arbeiten an der Hand

  1. Freiarbeit und Spazierenführen
  2. Anlongieren
  3. Training an der Longe
  4. Erste Showerfahrungen
  5. Erste Arbeiten an der Hand

Der Zweck einer elementaren Arbeit an der Hand ist es, dem jungen Pferd die Schenkelhilfen des Reiters, Rückwärtsrichten, Seitwärtstreten und erste Zügelhilfen mit Hilfe der langen Dressurgerte verständlich zu machen, und zwar noch bevor es eingeritten wird.

Schon in diesem frühen Stadium der Ausbildung kann das Pferd diese verhältnismäßig fortgeschrittenen Übungen erlernen, ohne dadurch überfordert zu sein: Es braucht sich ja nur selber auszubalancieren, ohne von dem Gewicht des Reiters gestört zu werden.

Vorbereitet durch die Signalarbeit an der Kette und am Kappzaum sind Luna diese Lektionen auch nicht mehr gänzlich unbekannt. Zunächst werden alle Signale frei, am Kappzaum erarbeitet. Touchierpunkte, seitliches Weichen auf dem Kreis.

Luna lernt auf leichte Touchierhilfen die Beine zu heben. Eine wichtige Voraussetzung für den Spanischen Schritt und die Piaffe im weiteren Verlauf der Ausbildung

Neu für sie ist nun die Führung durch die Trense statt am Kappzaum und das vermehrte Führen über den Außenzügel.

Die erste Zügelhilfe, die Luna an der Hand lernt, ist, die Zügel-aus-der-Hand-zu-kauen. Dazu stelle ich mich auf ihre linke Seite, halte den linken Zügel in der linken Hand, den rechten Arm lege ich über ihren Hals und halte den rechten Zügel mit der rechten Hand. Beide Zügel stehen gleichmäßig an. Nun bewege ich die Hände abwechselnd seitwärts vom Hals weg und wieder zurück. Das Gebiß gleitet dabei mit sanftem Druck seitwärts über die Zunge (am besten eignen sich Knebel- oder Fillistrensen für diese Arbeit, da sie ein Verrutschen der Trensen in Richtung Maul verhindern!).
Sobald sie nachgibt und zum Kauen ansetzt gebe ich ihr die Zügel sofort völlig hin. Durch die plötzliche Freiheit nach der vorhergehenden Anlehnung lässt sie augenblicklich ihren Hals fallen und streckt sich nach unten.
Diese Zügel-aus-der-Hand-kauen übe ich auf beiden Seiten. Nach kurzer Zeit gehe ich dazu über, beim Nachgeben ihrerseits die Zügel nicht völlig hinzugeben, sondern folge der Abwärtsbewegung des Maules mit den Zügelhänden; so halte ich die Anlehnung auch bei der Dehnung in die Tiefe aufrecht.

Es dauert gar nicht lange, da kaut sie schon auf die bloße Andeutung einer Seitwärtsbewegung des Gebisses hin ab und streckt sich nach unten. Diese Übung wird für das spätere Reiten wichtig sein, wenn sie sich in allen drei Gangarten nach anstrengenden Übungen entspannen und ihren Rücken entlasten soll.

Der nächste Lernschritt heißt Angehen und Anhalten

Um die Längsbiegung und ein vermehrtes Untertreten eines Hinterbeines zu erlangen, lasse ich Luna nun seitlich übertreten. Beim Übertreten nach rechts stehe ich auf ihrer linken Seite.
Diese Position kennt sie schon aus der Signalarbeit mit der Führkette.
Jetzt soll sie die entsprechenden Zügelhilfen dazulernen. Die beiden Zügel halte ich zunächst noch in der linken Hand, die Gerte in der rechten.(in weiteren Folge der Arbeit wird sich die Handhaltung ändern).
In der Ruhe hängen die Führzügelhand und die Peitschenhand zwanglos herab. Um anzugehen gebe ich Luna ein Stimmsignal, hebe dann beide Hände an und drücke die Touchierpeitsche wie schon vorher leicht an ihren Bauch und Hinterhand in Höhe des Kniegelenkes.

Ich lasse sie anfangs nur einige wenige Schritte seitwärts weichen und erhöhe die Schritte vorsichtig von Tag zu Tag. Jede Beeinflussung mit den Zügeln ist fehlerhaft, sie würde das Untertreten der Hinterhand vereiteln.
Deswegen achte ich von Anfang an darauf, dass meine Handhaltung exakt und fein dosiert ankommt: Abgesenkte Hände bedeuten Pause, angehobene Hände signalisieren den Beginn der Arbeit.

Mitunter reicht das Anlegen der Gerte nicht ganz aus, um die seitlichen Schritte abzufragen, dann ist ein leichtes Vibrieren mit der Gertenspitze notwendig. Luna weiß recht bald, dass ein Anheben der Hände das Antreten bedeutet und ein seitliches Anlegen der Gerte ist ebenfalls nicht mehr notwendig, sie folgt allein der waagerecht an ihrem Körper hingehaltenen Gerte ins seitliche Übertreten!

Sobald sich diese Übung gefestigt hat beginne ich mit den Seitengängen auf zwei Hufschlägen.
Zunächst arbeite ich mit dem Kopf zur Bande; sie verhindert, dass mir Luna nach vorne wegläuft und meine Zügelhilfen können demzufolge fein und weich bleiben.
Die Arbeit auf zwei Hufschlägen veranlaßt Luna zu erhöhter Aufmerksamkeit; sie erfordert größeren Gehorsam und ist die Vorbereitung für eine gut Arbeitshaltung.
Ich stehe bei dieser Übung mit dem Kopf zur Bande in Schulterhöhe und will sie nach rechts führen. Dabei halte ich den rechten äußeren Zügel in meiner rechten Hand, die auf der linken Pferdeseite kurz hinter dem Widerrist geführt wird.

Mit derselben Hand halte ich auch die seitlich angelegte Gerte. Meine linke Hand hält den linken Zügel nahe am Trensenring ohne Gewicht. Das seitliche Treiben mit der Gerte (hier wird später mein innerer Schenkel wirken) und leichte Paraden am aüßeren Zügel veranlassen Luna zum Vorwärts-Seitwärtstreten.

Während der ersten Wochen gebe ich mich in jeder Übungsstunde mit vier bis sechs seitlichen Tritten zufrieden, da die seitliche Abstellung und die Längsbiegung für das junge Pferd sehr anstrengend sind.

Alle diese Übungen führe ich auf beiden Seiten aus, wobei ich mehr auf Lunas steifen Seite arbeite. So lernt sie, das innere Hinterbein ihrer "schlechten" Seite in den Wendungen und bei der Seitwärtsarbeit mehr unterzuschieben. Die letzte vorbereitende Übung an der Hand vor dem Anreiten ist das Rückwärtsrichten. Von der Boden-und Freiarbeit her kennt Luna schon das Stimmsignal "en arriere".




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