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Ausbildung des Pferdes Teil I - 2

  1. Freiarbeit und Spazierenführen
  2. Anlongieren
  3. Training an der Longe
  4. Erste Showerfahrungen
  5. Erste Arbeiten an der Hand

Der erste Schritt zum Longieren ist mit dieser Art der Arbeit getan:
Ich kann mit Luna über die Körpersprache kommunizieren; wir sprechen dieselbe Sprache und verstehen uns.
Der zweite Schritt folgt ganz behutsam und schränkt Lunas Freiheit schon etwas ein.
Ein ähnliches Spiel wie in der Freiheitsdressur "spielen" wir nun an einem langen Seil.

Am Anfang unterscheidet sich wenig von den bereits bekannten Führpositionen. Ich gehe vorweg, Luna folgt mir und hält einen seitlichen Abstand von ca 1 Meter zu mir.
Langsam vergrößere ich den Abstand zwischen uns, bin ihr beim Führen mit meinem Körper zugewandt. Wir befinden uns auf der rechten Hand, das Seil halte ich in der linken Hand, die Peitsche in der rechten Hand auf Kruppenhöhe.
Immer, wenn Luna den seitlichen Abstand zu mir verringern möchte, sich an mir anlehnen möchte, schwinge ich die Peitsche von hinten nach vorne vor, so dass sie zwischen uns zum Liegen kommt. Luna akzeptiert schnell, dass sie nicht ohne deutliche Aufforderung in meinen Individualraum treten darf.

Will ich nach links abbiegen, reicht es aus, etwas deutlicher hinter ihre Kruppe zu treten und sie geht am losen Strick einen Kreis um mich herum.
Will ich nach rechts, also nach außen abbiegen, gestaltet sich die Sache schon schwieriger. Mit der führenden Peitsche zwischen mir und ihr, versteht Luna sehr schnell, was ich von ihr will; nämlich der Peitschenspitze folgen. Führt die Peitsche nach links oder rechts, folgt ihr die junge Stute, senkt sie sich vor ihr auf den Boden hält sie an, schwingt sie zwischen uns durch nach hinten und wird leicht angehoben so beschleunigt Luna ihren Schritt oder wechselt in die nächst höhere Gangart.

Ein freilaufendes Pferd wird in Wendungen bestrebt sein, sich mit nach außen gestelltem Kopf auszubalancieren. Die Longenarbeit befähigt es zum Gleichgewicht mit Orientierung nach innen.

Ich vergrößere nun meinen seitlichen Abstand zu ihr auf ca 1,5 bis 2 Meter und berühre sie hin und wieder mit der Peitschenspitze am inneren Hinterbein und am Bauch.
Anfangs reagiert Luna mit Schnellerwerden oder Davonlaufen. Dabei gerate ich schnell hinter ihre Kruppe. Wie gut, dass sie gelernt hat bei dieser Position einen Kreis um mich zu gehen.
Würde sie davonlaufen wollen, halten könnte ich sie nicht!
Mit einem leichten Schlenkern des Seiles kann ich sie zudem gut von mir wegtreiben, sie hält immer besser einen zunehmend größeren Abstand zu mir ein. So nähere ich mich nach und nach dem eigentlichen Longierabstand.
Noch begleitete ich Luna, gehe mit ihr mit. Auf größerem Abstand setze ich die führenden Peitschensignale ein. Ich "longiere" Luna durch die ganze Reitbahn. In den Ecken lasse ich sie einen Kreis um mich herum gehen, an den langen Seite lasse ich sie anhalten (verbremsen durch einen Schritt nach vorne in Richtung Schulter oder Kopf; absenken der Peitschenspitze auf den Boden) und gleich darauf auch wieder antreten (Peitschenspitze etwas anheben, selber einen Schritt nach hinten gehen und damit den Weg nach vorne freimachen.

Die Hand die das Seil hält, zeigt Luna den Weg nach vorne, der Abstand zu ihr ist auf ca 2-3 Meter vergrößert. Noch begleite ich sie, gehe mit, so kann sie einen Gehrhythmus aufnehmen und die vortreibenden Hilfen müssen nur sparsam eingesetzt werden.

Will ich an der Bande geradeaus gehen, so zeigt die Longenhand ausgestreckt den Weg nach vorne,
will ich einen Kreis gehen und begebe mich in Kruppenhöhe, so nehme ich meine Hand dicht vor den Körper in die sogenannte "Grundstellung".
Will ich Luna rückwärtsrichten, so hebe ich die vor ihr abgesenkte Peitschenspitze wieder etwas an, begebe mich nach vorne und schlackere am Seil.

Diese etwas unangenehme Bewegung bei gleichzeitigem seitlich-optischem "Weg versperren" heranlasst Luna sofort rückwärtig auszuweichen.

Durch leichte, nach unten wirkende Signale am Kappzaum veranlasse ich Luna, den Kopf zu senken. Dadurch entspannt sich die Rückenmuskulatur und der erste Schritt für ein Longieren in Anlehnung ist getan.
Im späteren Verlauf der Arbeit wird sich Luna an diese Signale erinnern und auch mit Ausbindern den Kopf allein durch die Signale am Kappzaum senken.
Um einen Kreis um die Pylone zu longieren, begebe ich mich auf Kruppenhöhe und mache ihr damit optisch den Weg um mich herum frei.

Bald schon können wir alle diese Übungen am lose durchhängenden Seil mit recht großem Abstand. Luna folgt der führenden Peitsche nahezu problemlos, sie bleibt auf Anhieb stehen, tritt aus dem Stand unverzüglich im Schritt und Trab mit gutem Schub von hinten an und wechselt souverän auf Aufforderung die Grundgangarten.

Ein freilaufendes Pferd wird sich in Wendungen immer so ausbalancieren, dass es seinen Hals nach außen stellt, um ihn als Balancierstange zu benutzen. Erst die gymnastizierende Arbeit an der Longe und später unter dem Sattel befähigt es, sich gebogen in die Wendung zu begeben.

Der Wechsel durch den Zirkel: Die Longenführerin steht in verbremsender Position, die Peitsche versperrt den Weg. Luna wechselt souverän durch den Zirkel.

Und wenn alles gut klappt, kann eine schwierigere Übung folgen. Der Wechsel durch den Zirkel. Er verlangt schon viel Gleichgewichtssinn und ausbalanciertes Traben von dem jungen Pferd.


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